Oswald Hiery, Ehrenmal 1959, Sandstein, Gedenkstein 0,86 x 3,30 x 1,00 m. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Christine Kellermann

Oswald Hiery, Ehrenmal 1959, Sandstein, 0,86 x 3,30 x 1,00 m 

Walther Neu, Ehrenmal, 1935, Kupfer, 1,40 x 1,00 x 0,80 m. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Christine Kellermann

Walther Neu, Ehrenmal, 1935, Kupfer, 1,40 x 1,00 x 0,80 m 

Ensdorf, Hiery, Neu, Ehrenmal

Letzte Änderung: 09/11/2011

Oswald Hiery

Ehrenmal 1959

Sandstein, 0,86 x 3,30 x 1,00 m

 

Walther Neu,
Ehrenmal, 1935
Kupfer, 1,40 x 1,00 x 0,80 m; mit Sockel: 1,80 x 1,00 x 0,80 m


Ensdorf, Friedhof, Am Schwalbacher Berg

Im Dezember 1959 wurde auf dem Ensdorfer Friedhof ein Ehrenmal zum Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege eingeweiht. Das Ehrenmal setzt sich zusammen aus einem damals neu geschaffenen, von Oswald Hiery skulptierten Mahnmal in Form eines Sandstein-Sarkophages und einer älteren, seinerzeit für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges gearbeiteten Figurengruppe aus Kupferblech von Walther Neu. Die Figurengruppe "Trauerndes Elternpaar" zeigt in einem gemilderten Naturalismus ein knieendes Paar. Der Mann umfängt mit seinem linken Arm die Frau, die ganz in sich verschlossen ist. Beide Eltern sind in schmerzvoller Trauer um ihren im Krieg gefallenen Sohn gefangen. 1945 war die Gruppe dem Bildersturm, der den Denkmälern nationalsozia­lis­tischen und/oder militärischen Inhaltes galt, zum Opfer gefallen und über den Altmetallhandel in das Depot des Saarland Museums nach Saarbrücken gekommen. Die Neuaufstellung bedeutet im Zusammenklang mit dem Mahnmal von Oswald Hiery einen Bedeutungswandel: die Trauer gilt nun nicht mehr nur dem toten Sohn und Soldat, sondern auch namenlosen und zivilen Opfern. Diesen ist in dem Sandstein-Sarkophag ein Denkmal gesetzt. In Reliefs an den beiden Längsseiten thematisiert der Künstler das massenhafte, anonyme Leiden und Sterben während des Zweiten Weltkrieges. Die Menschen, denen das Individuelle genommen ist, erscheinen fragmentarisch als maskenhafte Gesichter und Hände, gelegentlich mit Armen - in stummer, hilfloser Verzweiflung - als Tote neben Toten - in Hoffnungslosigkeit hinter Stacheldraht - erschossen, erschlagen, zerquetscht unter Trümmern - gestorben in einem Krieg, dessen Grauen sich der Darstellung in jener Bildersprache entzieht, die in der Gruppe des "Trauernden Elternpaares" noch möglich war.

 

Bibliografie

  • Jo Enzweiler (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum, Saarland. Band 3, Landkreis Saarlouis nach 1945. Aufsätze und Bestandsaufnahme. Saarbrücken 2009

 

Oranna Dimmig


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