Kunstlexikon Saar - Institut für aktuelle Kunst im Saarland

zum Inhalt | zur Hauptnavigation | zur Hilfsnavigation

Inhalte

Bilder zum Artikel

Otto Steinert und Rosel Niemeyer-Catrein, Wandbehang, 1950er Jahre, Webarbeit. Foto: Toni Ney, Staatliches Hochbauamt Saarbrücken

Otto Steinert und Rosel Niemeyer-Catrein, Wandbehang, 1950er Jahre, Webarbeit 

Der Sitzungsraum mit dem Wandbehang von Otto Steinert und Rosel Niemeyer-Catrein. Foto: Toni Ney, Staatliches Hochbauamt Saarbrücken

Der Sitzungsraum mit dem Wandbehang von Otto Steinert und Rosel Niemeyer-Catrein 

Saarbrücken, Steinert und Niemeyer-Catrein, Wandbehang

Otto Steinert und Rosel Niemeyer-Catrein

Wandbehang, 1950er Jahre

Webarbeit

ehemals Staatskanzlei, Sitzungszimmer des Ministerrates, Am Ludwigsplatz 14a, Saarbrücken

 

Der Wandbehang für das Sitzungszimmer des Ministerrates in der 1954-58 errichteten Staatskanzlei entstand in Zusammenarbeit von zwei Lehrkräften der 1946 in Saarbrücken eröffneten Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk. Otto Steinert, 1948-59 Leiter der Fotoklasse, lieferte den Entwurf, die Ausführung übernahm Rosel Niemeyer-Catrein, 1947-59 Leiterin der Webereiklasse.

 

Auf dunklem Untergrund zeichnen sich hellere, zumeist diagonal verlaufende, unregelmäßige Linien und Strukturen ab, die sich in der rechten Bildhälfte mit senkrechten Linien kreuzen. Einige helle Partien setzen leuchtende Akzente.

 

Die Vorlage für das abstrakte Bildmotiv des Wandbehangs ist ein Foto. 1951 hatte Otto Steinert in Saarbrücken die erste Ausstellung "subjektive fotografie" organisiert, die mit großem Erfolg und lange nachklingender Wirkung an weiteren Orten im In- und Ausland gezeigt wurde und der in den Jahren darauf zwei weitere Ausstellungen mit ähnlichem Zuspruch folgten. Mit der Betonung des Subjektiven weist Steinert auf die Möglichkeit des Künstlerisch-Gestaltenden und des Experimentellen hin, die dem Medium der Fotografie neben der Möglichkeit, die Welt und ihre Gegenstände "objektiv" abzubilden, ebenfalls innewohnt. Bei der Entstehung des Wandbehangs besteht der experimentelle, innovative Ansatz vor allem aus der Übersetzung des abstrakten, mit Mitteln der subjektiven Fotografie gewonnenen Bildes in das Medium des Textilen. 

Inzwischen befindet sich der Wandbehang nicht mehr am Ort.

 

Bibliografie

  • Friedrich Ahammer (Hg.): Staatliches Bauen im Saarland. München 1959, Abb. S. 5
  • Jo Enzweiler (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum Saarland. Band 1, Saarbrücken, Bezirk Mitte 1945 bis 1996. Saarbrücken 1997, S. 310

 

Oranna Dimmig

letzte Änderung: Montag, 26.03.2012