Gunter Demnig, Stolperstein für Josef Keil, 2011. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, O.D., 2011

Gunter Demnig, Stolperstein für Josef Keil, 2011 

Wohnhaus von Josef Keil. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, O.D., 2011

Wohnhaus von Josef Keil 

Saarlouis, Demnig, Stolperstein, Keil, Josef

Letzte Änderung: 28/09/2011

Gunter Demnig

1 Stolperstein
Beton, Messing, per Hand eingeschlagene Inschrift, 96 x 96 x 100 mm
Saarlouis, Lisdorf, Provinzialstraße 88

 

  • Stolperstein für Josef Keil
    Initiative: Arbeitsgruppe "Stolpersteine" unter besonderer Mitwirkung einer Schülergruppe des Max-Planck-Gymnasiums Saarlouis, des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel und des Kulturamtes der Stadt Saarlouis
    Verlegedatum: 8. April 2011
    Text der Inschrift:
    "Hier wohnte / Josef Keil / eingewiesen 1937 / 'Heilanstalt' / Scheuren-Nassau / ermordet 1938"

 

Biographie:

Josef Keil, geboren am 24. März 1925, wurde aufgrund einer Behinderung zum Opfer der NS-Medizin, die in Erfüllung der Gesetzgebung zur "Rassenhygiene" Menschen seit 1933 zwangsweise sterilisierte und seit 1939 vorsätzlich ermordete. Der liebevoll "Bubbi" genannte Junge war mit dem Down-Syndrom geboren worden. Bis zu seiner staatlicherseits verfügten Einweisung in eine Einrichtung für Behinderte, wuchs Joseph Keil zusammen mit Geschwistern in seiner Familie in Lisdorf auf.

"Am 14. August 1936 wird er durch einen ärztlichen Berichterstatter in 'Saarlautern' in einem 'Ärztlichen Fragebogen für idiotische oder epileptische Kinder' erfasst. Drei Monate später kommt Joseph von der einweisenden Stelle in Saarbrücken nach Aulhausen in das Vincenzstift. Aus der erhaltenen Patientenakte geht hervor, wie Joseph ein Opfer der nationalsozialistischen Euthanasiepolitik geworden ist.

Am 20. Juli 1937 wird er auf Anordnung des Landeshauptmanns in die Heilerzeihungs- und Pflegeanstalt nach Nassau-Scheuern verlegt. Die Krankheit wird als 'mongoloide Form der Idiotie' bezeichnet. Am 3. September 1938, so wir den Angehörigen mitgeteilt, sei er verstorben. Als Todesursache wird eine 'Miliartuberkulose' angegeben." (Stolpersteine für Saarlouis, 2011)

 


Bibliografie und Quellen

  • Christoph Braß: Zwangssterilisation und "Euthanasie" im Saarland 1933-1945. Paderborn 2004
  • Stolpersteine für Saarlouis, Flyer hg. vom Kulturamt der Stadt Saarlouis, 2011
  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Objekt Nr. 4450

 

Redaktion: Oranna Dimmig


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