Nikolaus Simon, Geschichtsfries, 1953-55. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Carsten Clüsserath

Nikolaus Simon, Geschichtsfries, 1953-55, rechter Teil 

Nikolaus Simon, Geschichtsfries, 1953-55. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Carsten Clüsserath

Nikolaus Simon, Geschichtsfries, 1953-55, linker Teil 

Saarlouis, Simon, Wandgestaltung

Letzte Änderung: 23/03/2009

Nikolaus Simon
Geschichtsfries, 1953-55
Steinschnittrelief, Kalksteinplatten aus den ­Steinbrüchen bei Chauvigny bei Poitiers, rechter Wandabschnitt: 3,20 x 4,30 m, linker Wandabschnitt: 3,20 x 12,25 m
Saarlouis, Rathaus, Großer Markt


Den Eingang zum Rathaus flankiert ein Flachrelief historisch-programmatischen Inhalts. Der größere linke Teil illustriert in zwei Reihen übereinander Stationen der wechsel-, mitunter leidvollen Stadt­geschichte: 1) Der französische König Ludwig XIV. beauftragt den Festungsbaumeister Vauban mit dem Bau der Festung Saarlouis. 2) Französische Soldaten beim Bau der Festung. 3) Ein Trompete blasender Reiter mit Jakobinermütze als Sinnbild der Französischen Revolution. 4) Die zerbrochenen Waffen und Feldzeichen der besiegten napoleonischen Armee. 5) Ein siegreicher preußischer General übernimmt die Festung, der bisherige französische Bürgermeister Reneauld wird erster Bürgermeister des preußischen Saarlouis’. 6) Soldaten des Infanterieregiments 30 symbolisieren den Einzug preußischer Regimenter in die Stadt. 7) Ein Soldat mit Stahlhelm sinkt vom getroffenen Pferd; die Szene steht für den Ersten Weltkrieg und den Untergang des Deutschen Kaiserreiches. 8) Durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages ist das Saargebiet von Deutschland abgetrennt. 9) Die weibliche Figur mit Urne steht für die Abstimmung 1935 und die Rückkehr des Saargebietes in das Deutsche Reich. 10) Das nationalsozialistisch beherrschte Deutschland löst den Zweiten Weltkrieg aus. 11) Die Evakuierung der Bevölkerung der ‘roten Zone’ zwischen Westwall und Maginotlinie. 12) Der Zweite Weltkrieg hat Zerstörung und Tod über die Stadt und die Menschen gebracht. 13) Der Vogel Phoenix erhebt sich aus der Asche und strebt der Sonne entgegen – Symbol für die Tatkraft, mit der die Menschen den Wiederaufbau unternommen haben. 14) Die letzte, deutlich größere Szene befindet sich rechts des Eingangs: Die Vision einer glücklichen Zukunft unter dem Schutze der Europa auf dem Stier, die ihr Füllhorn leert.

 

 

Bibliografie

    • Karl Balzer: Die Gestaltung von Wandflächen, ein modernes Ausdrucksmittel der Architektur. Die Geschichte der Stadt Saarlouis - in Stein geschnitten. In: Heimatkundliches Jahrbuch des Kreises Saarlouis. 1960, S. 169-175
    • Jo Enzweiler (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum, Saarland, Band 3, Landkreis Saarlouis. 1945-2006. Saarbrücken 2009

     

     

    Oranna Dimmig


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