Fritz Berberich, Fassadenapplikation "Wir sind nur Gast auf Erden", 1967, Stahl, 0,64 m x 1,34 m. Foto: Arnulf Dimmig

Fritz Berberich, Fassadenapplikation "Wir sind nur Gast auf Erden", 1967, Stahl, 0,64 m x 1,34 m 

Saarbrücken, Berberich, Hauszeichen

Letzte Änderung: 15/04/2009

Fritz Berberich

"Wir sind nur Gast auf Erden", 1967

Hauszeichen, gehämmerter Stahl, 0,64 x 1,34 m

Saarbrücken, Privathaus, Habichtsweg

 

Die einzige bekannt gewordene plastische Arbeit des Malers Fritz Berberich ist eine Fassadenapplikation, die 1967 als Privatauftrag entstand. Für den Auftraggeber, der aus der kath. Gemeinde St. Jakob in Saarbrücken stammte, sollte der Künstler den Leitgedanken "Wir sind nur Gast auf Erden" in der Metapher der Pilgerschaft zur Darstellung bringen. Das Bildwerk musste wetterbeständig sein, da seine Anbringung an der Außenwand neben dem Eingang des Wohnhauses geplant war. Man entschied sich für eine Ausführung in rostfreiem Stahl. Fritz Berberich fertigte aus Konservenblech ein maßstäbliches Modell an, das von der Kunstschlosserei Peters in St. Ingbert als Stahlarbeit in den Maßen 0,64 m x 1,34 m ausgeführt wurde.

 

In Anspielung auf den Jakobsweg – den durch Europa führenden Pilgerweg zum Grab des Apostel Jakobus in Santiago de Compostela in Nordspanien – kombinierte Berberich die zu dieser Pilgerschaft gehörenden Symbole Wanderstab, Pilgerhut und Jakobsmuschel mit weiteren Sinnbildern und Andeutungen wie Kreuz, Segel, Pflug und Schlüssel. Dabei bediente sich der Künstler einer einfachen geometrischen Zeichensprache. Er entwickelte die Symbole aus den Formen Dreieck, Rechteck und (Halb-)Kreis und fügte sie in einem klaren Aufbau zusammen. Aus zwei Stäben geschmiedet, bildet das aufrecht stehende Kreuz zusammen mit dem waagerecht angeordneten Krummstab das Gerüst der Komposition. Alle übrigen Symbole werden mit Hilfe von applizierten Blechen, durch Aussparungen oder mittels der Kombination von mehreren Elementen gebildet. Da die meisten Bleche an der Rückseite von Kreuz und Pilgerstab angebracht sind, kommt es zu einer Schattenbildung, die im Zusammenspiel mit den leicht aufgebogenen Rändern der Bleche und der gehämmerten Oberfläche des Stahls besonders bei Steiflicht den Eindruck einer größeren räumlichen Tiefe bewirkt als es der flächige Charakter der Wandapplikation zunächst vermuten lässt.

 

 

Bibliografie

  • Jo Enzweiler (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum Saarland. Band 1, Saarbrücken, Bezirk Mitte 1945 bis 1996. Saarbrücken 1997, S. 140 >>>

 

Oranna Dimmig


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