Künstlerlexikon Saar - Institut für aktuelle Kunst im Saarland

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Herbert Strässer, Kreuzgruppe, 1969, Beton, Metall. Foto: Dr. Günter Scharwath

Herbert Strässer, Kreuzgruppe, 1969, Beton, Metall 

Gedenkplatz mit Brunnen und Gedenksteinen von Erhard Roland 1960/62;  im Hintergrund die 1969 errichtete Leichenhalle.  Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig

Gedenkplatz mit Brunnen und Gedenksteinen von Erhard Roland 1960/62; im Hintergrund die 1969 errichtete Leichenhalle 

Gräberfeld und die inzwischen gefasste Kreuzgruppe von Herbert Strässer, Zustand 2009. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig

Gräberfeld und die inzwischen gefasste Kreuzgruppe von Herbert Strässer, Zustand 2009 

Lebach, Roland, Strässer, Ehrenmal

Erhard Roland und Herbert Strässer
Ehrenmal, 1960/62, 1969
Beton, Metall
Lebach, Alter Friedhof, Trierer Straße

Auf dem Alten Friedhof liegt neben der Kapelle ein Ehrenfriedhof für die militärischen und zivilen Opfer des Zweiten Weltkrieges. Dazu gehört auch ein Ehrenmal für die Toten beider Weltkriege. Die Anlage geht auf ein Gesamtkonzept 1960/62 des Limbacher Architekten Erhard Roland zurück, dessen Entwurf bei einem Wettbewerb den ersten Preis erhielt und zur Umsetzung bestimmt wurde. Zwischen Straße und Kriegsgräberfeld wurde ein Gedenkplatz mit zwei Gedenk­steinen für die beiden Kriege und mit einem Brunnen geschaffen. Der vorwiegend zum Einsatz gekommene Waschbeton war für den Eindruck der Gesamtanlage bestimmend.

 

Das heutige Hauptstück des Ehrenmals, die beherrschende Kreuzgruppe des aus Lebach gebürtigen Künstlers Herbert Strässer, ging 1969 aus einem weiteren Wettbewerb hervor. Eine Gruppe von drei Metallkreuzen ist in eine Konstruktion eingespannt, die aus Betonpfeilern und -quadern zusammengesetzt ist. Die auf einer Sockelplatte aus Waschbeton senkrecht stehenden Stücke aus Sichtbeton sind so aufgestellt, angeordnet und montiert, dass sie nach oben geöffnete, kreuzförmige Aussparungen bilden, in die hinein drei lateinische Kreuze eingehängt sind. Diese erscheinen wie schwebend.

 

Als Material für die Kreuzgruppe hatte Herbert Strässer ursprünglich Waschbeton vorgesehen und mit dieser Wahl Rücksicht auf die bestehende Anlage von Erhard Roland genommen. Aus Kostengründen wurde das neue Hauptstück indes in Sichtbeton ausgeführt. Die aktuelle Farbfassung in Weiß und Hellgrau ist jüngsten Datums.

 

Das Motiv des eingespannten Innenkreuzes und der nach oben geöffneten Umrisslinie findet sich bei dem 2006 auf dem neuen Friedhof errichteten Kreuz von Friedrich Ruloff wieder.

 

Bibliografie

  • Museum St. Wendel, Stiftung Dr. Walter Bruch (Hg.): Erhard Roland - Systeme. Ausstellungskatalog St. Wendel 2005, S. 23
  • Jo Enzweiler (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum, Saarland. Band 3, Landkreis Saarlouis nach 1945. Aufsätze und Bestandsaufnahme. Saarbrücken 2009

 

Oranna Dimmig

letzte Änderung: Dienstag, 23.06.2009